Kahle Stellen, Hohlräume, „Fischaugen“, Vertiefungen, Nadelstiche, Ablösungen – ganz gleich, wie man sie nennt: Es ist frustrierend, wenn der perfekt gegossene Kunstharz aushärtet und dabei Stellen aufweist, an denen das Material nicht richtig haften geblieben ist.
Ich kenne das Problem nur zu gut. Deshalb gehe ich in diesem Artikel auf die fünf häufigsten Ursachen für kahle Stellen bei Epoxidharz- Beschichtungen ein. Ich zeige dir, wie du sie ausbessern kannst, und gebe dir Tipps, wie du sie in Zukunft vermeidest.
Legen wir los ...

5 häufige Ursachen für kahle Stellen im Harz und Ablösungen:
1. Etwas hat das Harz abgestoßen
Kahle Stellen entstehen häufig, wenn eine Verunreinigung auf der Oberfläche verhindert, dass das Harz haftet. Zu den Oberflächenverunreinigungen können gehören:
- Staub, Schmutz, Wachs oder Fett auf der Oberfläche
- Rückstände von Silikonöl, oft von einem Farbguss
- Von Klebeband hinterlassener Klebefilm
- Harz oder natürliche Öle im Holz
- Nicht getrocknete Holzbeize oder Beize, die Öl oder Wachs enthält
- Handcreme oder die natürlichen Öle unserer Hände. Dies tritt häufig an den Rändern auf, wenn das Stück gehandhabt wird
Das folgende Stück weist kahle Stellen auf, die durch Silikonöl verursacht wurden.


Um eine Harzschicht mit kahlen Stellen auszubessern, musst Du die ursprüngliche Schicht reinigen und anschleifen und anschließend eine frische Schicht Harz darüber gießen.
Reinige zunächst die Harzoberfläche gründlich, indem Du sie mit einem weichen Tuch abwischen, das mit einer Mischung aus Wasser und einem fettlösenden Spülmittel angefeuchtet ist. Auf diese Weise lassen sich Rückstände der Substanz entfernen, die das Harz ursprünglich abgestoßen hat, sodass sich das Problem nicht wiederholt.
Achte darauf, es ein zweites Mal mit einem weichen Tuch und klarem Wasser abzuwischen, um eventuelle Seifenrückstände zu entfernen.
Lasse die Oberfläche vollständig an der Luft trocknen.
💡 WICHTIG: Achte beim Abwischen des Harzes auf das Kunstwerk. Acrylfarbe verträgt beispielsweise Feuchtigkeit, während empfindliche Elemente wie Papiercollagen oder Aquarelle dies möglicherweise nicht tun.

Alternativ kannst Du Isopropylalkohol zur Reinigung verwenden. Lasse die Oberfläche vollständig an der Luft trocknen. Auch hier gilt: Vorsicht bei der Verwendung von Alkohol auf bestimmten Arten von Kunstwerken. Alkohol kann beispielsweise Alkoholtinten reaktivieren.

Schleife anschließend die ausgehärtete Harzschicht mit grobem Schleifpapier ab; trage dabei eine Maske, um das Einatmen von Harzstaub zu vermeiden. Du versuchst nicht, das Harz zu entfernen; es geht lediglich darum, die Oberfläche aufzurauen, damit die neue Schicht Halt findet.
💡 TIPP: Gehe beim Schleifen im Bereich von blanken Stellen sehr vorsichtig vor, um das Kunstwerk nicht zu beschädigen.

Wische den Schleifstaub mit einem feuchten Tuch ab und lassen Sie die Fläche an der Luft trocknen.
💡 TIPP: Entferne alle Schleifstaubreste von der Oberfläche, bevor Du die neue Harzschicht auftragen. Dafür eignet sich meiner Erfahrung nach ein weicher Pinsel sehr gut.

Gieße nun eine frische Schicht Harz über die geschliffene Oberfläche. Evtl. Kratzspuren werden mit dem Harz aufgefüllt, und das Werkstück wird wieder klar aussehen.


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2. Verwendung von zu wenig Harz, um die Oberfläche zu bedecken
Nach dem Ausgießen breitet sich das Epoxidharz aus und nivelliert sich selbstständig auf eine Schichtdicke von etwa 3 mm. Wenn Du jedoch nicht genügend Harz angemischt hast, um die gesamte Fläche zu bedecken, entstehen wahrscheinlich dünne oder kahle Bereiche.
Das folgende Kunstwerk wurde nicht vollständig mit Harz bedeckt, da nicht genügend Harz aufgegossen wurde.

Glücklicherweise bietet ArtResin einen praktischen Rechner, mit dem Du genau bestimmen kannst, wie viel Harz Du für dein Kunstwerk benötigst:
Er kann für quadratische oder rechteckige Werkstücke verwendet werden. Gib einfach Länge und Breite Deiner Fläche in Zoll oder Zentimetern ein. Der Rechner zeigt Dir an, wie viel Harz und Härter Du benötigst.
💡 TIPP: Beachte, dass die von den ArtResin-Rechnern empfohlenen Mengen auf einer Schichtdicke von 1/8 Zoll (ca. 3 mm) basieren. Wenn Du mehrere Schichten auftragen möchten, benötigst Du mehr Harz, um dieselbe Fläche zu bedecken.

Um kahle Stellen zu reparieren, die durch zu wenig Harz entstanden sind, musst Du die ausgehärtete Schicht abschleifen und dabei darauf achten, das freigelegte Kunstwerk nicht zu beschädigen.

Ziehe als Nächstes den Harzrechner zu Rate, um sicherzustellen, dass Du genügend Harz anmischst, um die gesamte Oberfläche zu beschichten.
💡 TIPP: Wenn ein größerer Bereich deines Werkstücks unbeschichtet ist, musst Du möglicherweise etwas mehr Material vorbereiten, als der Rechner angibt. So stellst Du sicher, dass die kahlen Stellen vom ersten Guss ausreichend abgedeckt werden.


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3. Gießen auf eine nicht ebene Fläche
Bevor Du das Harz anmischst und gießt, stelle sicher, dass die Oberfläche eben ist, um eine gleichmäßige Abdeckung zu gewährleisten. Epoxidharz verläuft beim Aushärten von selbst, doch wenn die Oberfläche nicht vollkommen eben ist, zieht die Schwerkraft es an die tiefste Stelle, was zu einer ungleichmäßigen Aushärtung führt.
Das folgende Werkstück weist eine ungleichmäßige Harzaushärtung auf, da es nicht waagerecht aufgerichtet war.

Ich habe dieses Stück bewusst so platziert, dass sich ein ungleichmäßiger verlauf des Harzes ergibt, um den dadurch entstehenden Effekt zu zeigen.



Um eine unebene Harzschicht zu korrigieren, müsst Du die erste, bereits ausgehärtete Schicht abschleifen; achte dabei darauf, das dein Kunstwerk an den freigelegten Stellennicht beschädigt wird. Entferne anschließend den Schleifstaub.

Achte darauf, dass dein Werkstück absolut waagerecht liegt, bevor du gießt. Du willst ja nicht, dass das Gleiche noch einmal passiert.

Trage nun eine weitere Schicht des sorgfältig abgemessenen und gemischten Harzes darüber auf. Auch hier gilt: Wenn es große Bereiche ohne Harz gibt, musst Du möglicherweise etwas mehr anmischen, als der Harzrechner angibt.


Nach dem Aushärten ist Ihr Werkstück eben – man wird nicht mehr erkennen, dass es beim ersten Mal ein Problem gab.



4. Gießen auf eine bespannte Leinwand
Epoxidharz ist schwer. Wird es auf eine auf einen Keilrahmen gespannte Leinwand gegossen, kann das Gewicht dazu führen, dass sich die Leinwand durchbiegt und sich das Harz in der Mitte ansammelt. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine große Menge Harz über eine große Leinwand gegossen wird bzw. wenn der Guss auf einer Leinwand erfolgt, die von geringerer Qualität oder weniger straff gespannt ist.
Ich habe zu Demonstrationszwecken eine gleichmäßige Schicht schwarz eingefärbtes ArtResin auf diese Leinwand gegossen.

Um kahle Stellen auf einer bespannten Leinwand auszubessern, musst Du die Harzoberfläche anschleifen; achte dabei darauf, die unbeschichtete Leinwand an den Rändern nicht zu beschädigen. Denke daran: Es geht darum, die Oberfläche aufzurauen, nicht das Harz zu entfernen. Ich habe in der Mitte, wo die Harzschicht dick war, Schleifpapier mit 80er-Körnung verwendet und – um auf Nummer sicher zu gehen – an den Stellen mit dünnerer Harzschicht ein Schleifpapier mit 180er- Körnung.

Messe eine frische Menge ArtResin Kunstharz ab und mischen es an. Falls es viele unbeschichtete Stellen gibt, solltest Du eventuell etwas mehr Harz anmischen, als der Harzrechner angibt. Trage das Harz auf und achte dabei darauf, auch die unbeschichteten Kanten zu bedecken.

Je nachdem, wie stark die Leinwand durchhing, müsstest Du diesen Schritt möglicherweise wiederholen, falls das Harz an den Rändern – wie hier unten zu sehen – noch zu dünn ist.

Abdecken und aushärten lassen. Man muss zwar mehrmals nachgießen, erhält aber schließlich eine ebene, gleichmäßige Harzschicht wie diese:

Um beim nächsten Mal kahle Stellen zu vermeiden, versuche, eine sehr dünne Schicht Harz auf die Rückseite der Leinwand zu streichen und diese aushärten zu lassen. Dadurch wird die Leinwand versteift, um einem Durchhängen vorzubeugen. Am nächsten Tag, sobald das Harz ausgehärtet ist, trägst Du das Harz wie gewohnt auf die Vorderseite des Werkstücks auf.

Du kannst die Leinwand auch stützen, indem Du ein passend zugeschnittenes Stück Pappe rückseitige gegen die Leinwand-Öffnung des Objekts setzt.

Am besten ist es natürlich, auf Holztafeln zu arbeiten. Künstler, die mit Kunstharz arbeiten, schätzen Holztafeln mit Rahmenleisten (sogenannte „Cradled Panels“) wegen ihrer scharfen Kanten und ihres modernen Erscheinungsbilds. Sie sind in verschiedensten Größen, Tiefen, Formen und Preisklassen erhältlich. Vor allem aber sind diese Holztafeln robust und stabil; sie biegen sich unter dem Gewicht des Kunstharzes nicht durch.

5. Das Harz wude von der Oberfläche komplett eingesogen.
Wenn Du Kunstharz auf eine poröse Oberfläche – wie Holz oder Terrakotta – gießet, stellst Du möglicherweise fest, dass das Harz nicht auf der Oberfläche liegen bleibt, sondern einzieht und kahle Stellen hinterlässt. Dies tritt besonders häufig beim Übergießen von Holz auf: Es kann vorkommen, dass das Harz an einigen Stellen perfekt aushärtet, während an Bereichen mit Astlöchern oder Rissen unbedeckte Stellen zurückbleiben.
Bei dem folgenden Werkstück entstanden kahle Stellen, da das Harz in die Risse und dunklen Astbereiche einzogen ist.

Um ein Aufsaugen des Harzes zu verhindern, ist es ratsam, das Holz vor dem Auftragen des Harzes zu versiegeln. Dadurch entsteht eine Barriere, die sicherstellt, dass das Harz nicht einziehen kann.

Um kahle Stellen zu beheben, die durch das Einziehen des Harzes entstanden sind, musst Du zunächst das ausgehärtete Harz anschleifen.

Entferne anschließend die Schleifrückstände. Wenn das Holz Löcher oder Risse aufweist, entferne ich den Schleifstaub, der sich in den Vertiefungen und Ritzen festgesetzt hat, gerne mit einer Bürste oder einer Dose Druckluft.

Trage anschließend mit behandschuhten Händen eine sehr dünne Schicht Harz auf die gesamte Oberfläche auf und achte darauf, auch unbedeckte Stellen zu erfassen. Sollte das Harz weiterhin in das Holz einziehen, musst Du die Oberfläche möglicherweise zwischenzeitlich anschleifen und den Vorgang wiederholen, bis das Holz gesättigt ist und das Harz an der Oberfläche stehen bleibt.

Nach dem Aushärten das Harz erneut anschleifen und eine abschließende Deckschicht auftragen.

Abdecken, vollständig aushärten lassen – und Dein Brett ist bereit zum Servieren.
💡 TIPP: ArtResin ist nach vollständiger Aushärtung lebensmittelecht; das bedeutet, dass es 72 Stunden lang aushärten muss, bevor Du dein Werkstück in Gebrauch nehmen kannst.

Die 5 besten Tipps zur Vermeidung von kahlen Stellen, Fischaugen, Nadelstichen und Ablösungen bei Epoxidharz:
- Achte darauf, dass Dein Kunstwerk sauber ist, bevor Du es mit Kunstharz beschichten. Trage beim Umgang mit deinem Werkstück immer Handschuhe, um Verunreinigungen der Oberfläche zu vermeiden. Falls Su Silikonöl verwendet hast, wische das getrocknete Werkstück mit warmem Seifenwasser oder Isopropylalkohol und einem weichen Tuch ab, um Ölreste zu entfernen. Lasse das Werkstück vollständig trocknen, bevor Du das Kunstharz aufträgst.
- Verwende den Harzrechner von ArtResin, um sicherzustellen, dass Du genügend Harz für die Beschichtung deines Kunstwerks vorbereit hast.
- Verwende eine Wasserwaage, um sicherzustellen, dass dein Werkstück für eine gleichmäßige Aushärtung absolut waagerecht liegt.
- Entscheide dich nach Möglichkeit für Holzplatten. Wenn Du eine auf einen Keilrahmen gespannte Leinwand mit Kunstharz beschichten willst, versteife diese durch eine dünne Harzschicht auf der Rückseite und bringe ein Stück Pappe an der rückseitigen Öffnung an, um für zusätzliche Stabilität und Halt zu sorgen.
-
Versiegele poröse Oberflächen, die das Harz aufsaugen könnten.
Wir hoffen, dies erklärt, warum kahle Stellen entstehen, wie man sie beseitigt und wie man ihrer Entstehung in Zukunft vorbeugen kann.
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